Notizbuch
Samstag, 07.03.2009
Morgen ist der Internationale Frauentag. Ich werde in Heilbronn vor 400 Frauen einen Vortrag halten. Was mich beschäftigt: Wie bekommen wir die Frauen dazu, sich aktiv mit den krisenhaften Veränderungen zu beschäftigen, die wir gerade erleben? Im April werde ich dazu die Brain-Power-Wochen ausrufen. Wenn Sie dies lesen, können Sie sich schon einmal überlegen, welche Beobachtungen, Überlegungen, Ideen, Verrücktheiten, Kritisches,Fantasien Sie zur wirtschaftlichen Entwicklung haben. Das männliche Prinzip hat offensichtlich keine Lösungen parat. Mal sehen, ob die weibliche Sichtweise uns weiterbringt. Ich finde, jetzt können Frauen (und weitblickende Männer)mal zeigen, was in ihnen steckt. Was ich überhaupt nicht mehr hören kann, ist das Gesäusel von "Positiv-Denkern" (auch unter Kolleg/innen), die sagen, wir müssten einfach aufhören, über die Krise zu sprechen, dann wäre sie auch schnell vorbei. Ich rate: Zeitung lesen, Nachrichten hören, wahrnehmen, was im Rest der Welt gerade los ist - in Amerika verlieren gerade jeden Monat(!)600 000 Menschen ihren Job.(Denen sollte man den tollen Rat mal weitergeben). In China sind 1,5 Millionen Wanderarbeiter ohne Einkommen. In Indien werden Produktionstätten stillgelegt, die Millionen Menschen ein Einkommen beschert haben. Deutschland ist keine Insel, die sich mit Gesundbeten abschotten lässt. Wir brauchen Denker/innen, die sich mit der Realität auseinandersetzen. Wir brauchen auch niemanden, der sagt, ach, kauft nur tüchtig ein, dann wird das schon wieder. Ich bin gespannt auf die Brain-Power-Wochen! Wer mir jetzt schon dazu schreiben möchte: aktion(at)asgodom.de

