Notizbuch
Sonntag, 07.12.2008
Auf was für Ideen Politiker kommen: Nicht nur, dass sie mit Steuergeldern das Autokaufen wieder attraktiv machen wollen, jetzt reden sie auch noch vom Konsum-Scheck, mit dem sie den Handel pampern wollen. Irgend etwas läuft da richtig schief. Hallo, das ist doch kein Geld der Regierung, was hier so großzügig über die Menschheit ausgeschüttet werden soll, sondern es ist eine Riesensumme, die von den Steuerzahlern aufgebracht werden muss. Und wie läuft es ab: Die Regierung verschenkt das Geld an ihre Bürger, da sie aber kein Geld hat, muss sie einen Kredit dafür aufnehmen. Wer verdient an der vermeintlichen Großzügigkeit: Die Banken, die den Kredit finanzieren. Denn sie kassieren tüchtig Zinsen dafür. Also genau die, die mit Schuld daran sind, dass wir in der derzeitigen Finanzkrise stecken. Wie bekloppt ist das denn? Und zum Thema Autokauf: Haben sich die Beteiligten schon mal überlegt, dass jemand, der kein neues Auto braucht, sich einfach keins kauft? Ist doch eigentlich logisch: Wenn ich keine High Heels trage, brauche ich mir keine zu kaufen. Wenn ich keine Brille brauche, werde ich mir keine kaufen. Vielleicht sollten wir zur Stützung der Schuhindustrie (und der Orthopäden und Krankenhäuser) den Kauf von High Heels verordnen. Mir stellt sich immer mehr die Frage: Sind die Menschen dazu da, die Produkte der Wirtschaft zu kaufen, oder die Wirtschaft, die Bedürfnisse von Menschen zu befriedigen. Hier ist offenbar in den letzten Jahrzehnten eine ganze Menge falsch gelaufen. Und diese Krise ist, so auch der Wirtschaftsexperte Prof. Fredmund Malik, die Chance, Korrekturen wahrzunehmen.

